• Eveline

Neid

Aktualisiert: 20. Juli



Neid ist böse - da sind sich vermutlich alle einig. Im Katholizismus ist er sogar eine der sieben Todsünden. Und doch haben wir vermutlich alle schon einmal jemandem etwas geneidet. Gestern hatten wir es in den Instagram Storys darüber - und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Fragezeichen habe ich im Kopf. Also widmen wir uns im ersten Steady-Artikel doch genau diesem Gefühl ein wenig ausführlicher.


Was genau ist "Neid" denn eigentlich?


Spannend finde ich ja bereits die Definition von Neid. Je nach Nachschlagewerk (und Sprache!) ergeben sich nämlich schon da Nuancen:


Laut DUDEN ist Neid eine "Empfindung, Haltung, bei der jemand einem andern dessen Besitz oder Erfolg nicht gönnt und selbst haben möchte"...


Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache definiert Neid als "Gefühl, das jmdn. befällt, wenn ein anderer einen Besitz oder Vorzug hat, den man selbst gern haben möchte, Missgunst"


Im CAMBRDIGE DICTIONARY steht als Definition für envy (engl. für Neid): "the feeling that you wish you had something that someone else has."


Interessant. Und gleichzeitig:Puuh! Denn die meisten Definitionen klingen ja erstmal ganz schön schlimm und bäääh, oder? Ist ja auch ziemlich arschig anderen etwas NICHT zu gönnen. Das tut man doch nicht!


Tja und irgendwie - tun wir es dann eben alle doch. Nicht umsonst spricht man auch gerne von den "niederen" Instinkten... Wir wissen, dass sie nicht gut sind, dass sie nicht erwünscht sind - und trotzdem sind sie uns so sehr zu eigen, dass wir sie nicht komplett unterdrücken können. Und vielleicht, vielleicht hat dieses Gefühl ja auch einen Sinn. Vielleicht hat es einen guten Grund, warum wir es eben nicht so einfach lassen können.


Alles hat zwei Seiten


Denn vielleicht sollten wir Neid einfach nur als ein Warnsignal dafür verstehen, dass es in uns einen Schmerz gibt bei einer Sache, die uns etwas bedeutet. Quasi die rote Warnlampe, die uns grell flackernd signalisiert: "Hallo, hier stimmt etwas nicht! Alarm, Abweichung erkannt!"


Je mehr uns etwas bedeutet und je größer die Abweichung davon subjektiv empfunden ist, desto größer wird auch das Neidgefühl sein, das uns packt. Je größer der akute Schmerz, den wir in diesem Moment fühlen, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit, dass Missgunst mitschwingt, wenn andere es in unseren Augen besser haben.

Völlig klar: Wenn es andere in unseren Augen IMMER NUR besser haben, wenn Neid unser Leben dominiert - dann ist das ungesund (und nebenbei gesagt vermutlich ziemlich trist und freudlos). Wenn andere es scheinbar IMMER besser haben, dann muss und sollte ich mich irgendwann fragen, warum es anscheinend nichts in meinem Leben gibt, dass gut so ist, wie es ist.


Aber ab und zu mal neidisch sein - das ist doch was ganz natürliches! Und kann in manchen Situationen durchaus auch ein Ansporn sein, etwas zu verändern!


....


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