• Eveline

"Könnte ich mit dem Wissen von heute zurückreisen, ich würde mich gegen Kinder entscheiden."



Bumm. Ein Satz wie ein Paukenschlag. Ich weiß.


Seit ich Mutter wurde hatte ich von Anfang an das diffuse Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Mutter sein fühlte sich nicht so an, wie es sollte, wie es Medien/Erzählungen vermittelten.

Ich fühlte mich falsch. Dachte ich mache etwas falsch, weil ich einfach so anders empfand. Weil für mich in der Positiv/Negativ Liste die negativen Einträge überwogen (und noch überzeugen überwiegen).

Am Anfang war da noch die Hoffnung, dass diese Gefühle vorübergehen würden. Erst drei Jahre später begriff ich, dass sich daran eben doch nicht so schnell etwas ändern würde - vielleicht auch nie. Und begann dazu zu stehen.


"Dass du dich traust so darüber zu sprechen!" höre ich oft.

"Was wird dein Kind mal später dazu sagen, wenn es das erfährt?" höre ich noch öfter.


Ich traue mich darüber zu reden, weil es nunmal so ist. Weil sich an meiner Realität und meinen Empfindungen nichts ändert, ob ich darüber nun spreche oder schweige.

Vor allem aber auch deshalb, weil ich zwischen meinen Gefühlen der Mutterrolle und denen meiner Tochter gegenüber differenziere. Ich liebe mein Kind, jetzt da es da ist. Ich gebe mein Bestes um ihm eine gute Mutter zu sein. Aber ich bin nicht glücklich dabei. Und ich würde die Entscheidung daher wohl nicht noch einmal so treffen. Nicht mehr und nicht weniger bedeutet #regrettingmotherhood für mich.


Also, ja:

- ich würde meine Entscheidung heute anders treffen.

- ich war bisher mehr unglücklich als glücklich seit ich Mutter bin.

- Mutter sein fühlt sich für mich weder natürlich, noch selbstverständlich an.

- Mutter sein ist für mich mehr Arbeit und Aufgabe als Sinnerfüllung.


Aber ich:

- hasse mein Kind nicht, ich liebe es über alles.

- gebe meinem Kind nicht die Schuld , denn es war damals meine Entscheidung.

- möchte mein Kind nicht weggeben. Jedes Mal wenn ich von ihr getrennt bin, vermisse ich sie.

- vernachlässige mein Kind nicht - ganz im Gegenteil.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte wäre es wohl:

Mütter sollten alle Gefühle zur Mutterschaft haben dürfen. Ohne verurteilt zu werden, ohne als krank und widernatürlich abgestempelt zu werden. Ohne sich permanent den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, dass sie ihren Kindern damit schaden, indem sie zu ihren Gefühlen stehen. Denn diese Gefühle sind real, sie sind da und ob wir darüber reden oder nicht ändert nichts an ihrer Existenz.


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